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Rote Teufel im Bunde mit Domstädtern

Montag, 31. Mai 2010

Hintergrund: 1. FC Kaiserslautern und BIS Baskets Speyer gemeinsam in Jugend-Basketball-Bundesliga


VON UWE EID und Carsten Schröter


Nach dem ersten Jahr in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) gehen sowohl die BIS Baskets Speyer als auch der 1. FC Kaiserslautern in der kommenden Runde erneut in Deutschlands U16-Eliteklasse auf Korbjagd. Allerdings nicht mehr getrennt in zwei Mannschaften, sondern nun als Kooperationspartner unter dem Namen BIS Baskets Speyer-1. FC Kaiserslautern.


Das ist das Ergebnis einer Absprache zwischen beiden Vereinen. Der bisherige FCK-Trainer Jan Christmann hatte nach der Saison 2009/10 im Gespräch mit der RHEINPFALZ bereits über die geplante Zusammenarbeit in der nächsten Runde informiert (wir berichteten am 28. April). „Da beide Vereine für die nächste Saison alleine eine etwas zu dünne Spielerdecke gehabt hätten und sich die Spielerkader beider Klubs, sowohl was die Positionen als auch die Leistungsstärke angeht, gut ergänzen, wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet", erklärte Christmann.


Der FCK-Nachwuchs startete ebenso wie Speyer in der zurückliegenden Saison in der neu geschaffenen JBBL, gehörte jedoch einer anderen Vorrundengruppe an. Während sich die Vorderpfälzer Talente als Tabellendritter im Südwesten für die Hauptrunde qualifizierten, ging Kaiserslautern als Schlusslicht der Region Mitte in die Abstiegsrunde und beendete diese als Vorletzter. Nur über eine Qualifikation im Sommer hätte die FCK-Mannschaft wieder das JBBL-Startrecht erhalten können.


Doch mehr als diese Unsicherheit war die Konzentration auf ein leistungsorientiertes Team in der Region der Beweggrund für den Schulterschluss zwischen Roten Teufeln und Domstädtern. „Für zwei Mannschaften in der Jugend-Bundesliga ist in der Pfalz das Leistungspotenzial nicht groß genug", betont der Vorsitzende des Speyerer Basketball-Internats, Helmut Kopf. Und ergänzt: „Es macht Sinn, die größten Talente aus der Region in einer Mannschaft zusammenzuführen."


Bei den Mädchen sei dies bei den Pfalz Towers ebenso der Fall wie eigentlich schon seit vielen Jahren in Speyer auch beim männlichen Nachwuchs. „Jugendliche aus Landau, Ludwigshafen oder Bad Bergzabern spielen ja schon längere Zeit für die BIS Baskets", sagt Kopf. „Jetzt gibt es einen richtigen Kooperationsvertrag, und beide Vereine, die BIS Baskets und der 1. FCK, teilen sich die Kosten", erläutert er die Unterschiede. Die beiden neuen Partner glauben, dass mit dem Bündeln der Kräfte eine langfristige Teilnahme eines Pfälzer Teams auf höchstem Niveau in der Jugend-Basketball-Bundesliga gesichert ist - und dass die Jugendarbeit in der Pfalz eine neue qualitative Steigerung erfährt.


Das Mannschaftstraining findet künftig in Speyer statt, individuelle Einheiten wird es in beiden Städten geben. „Insbesondere für die noch jüngeren Jahrgänge", erklärt Lauterns Jan Christmann. Coach der Mannschaft ist mit Julian Krieger ein Speyerer, der auch bei der Zusammenstellung des Teams das Sagen hat. Seinen Assistenten stellt der FCK, diese Personalie ist noch zu klären. Die Domstadt bleibt Haupt-Heimspielstätte, wenngleich der Kooperationsvertrag vorsieht, dass bis zu 40 Prozent der Spiele in Kaiserslautern über die Bühne gehen sollen. „Eines soll nach Möglichkeit auch wieder im Vorprogramm eines Profi-Spiels der Saar-Pfalz Braves in Homburg stattfinden", so Christmann.


Der Kader, der 15 bis 20 Basketballer umfasst, soll drei bis fünf Nachwuchshoffnungen des 1. FC Kaiserslautern aufnehmen. Doch zwingend sei dies nicht, sagt Kopf. Denn es entscheide einzig und allein das Leistungsprinzip. Auch in Zukunft müssen sich die Talente über Sichtungstage und Test-Trainingseinheiten für die JBBL-Auswahl und die deutsche Eliteklasse empfehlen. Die Vereinbarung gilt vorerst bis zum 30. Juni 2011 und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht ein Partner zwei Wochen vor dem 30. Juni den Kooperationsvertrag kündigt. Und bei einer Trennung geht das JBBL-Teilnahmerecht auf die BIS Baskets Speyer über.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.120
Datum: Donnerstag, den 27. Mai 2010
Seite: Nr.22